Der Weg der Sterne

04. April, 2008 · Artikel drucken

Göhren. „Es wird der Bürgermeisterin auch kein Dorn im Auge sein, wenn sich Göhren zu einem Mekka der Feinschmecker entwickeln würde“. Hoteldirektor Uwe Peters ist bester Laune. Mit Somelier Silvan Wichmann als Restaurantleiter und Ulrich Grampp in der Küche eröffnete er am Wochenende sein neues Restaurant „Alt Berlin.“ „Moment“, fällt ihm Grampp scherzend ins Wort, „..und vor allem unserem ausgewähltem Team, ohne das wir nichts wären“, fügt der Küchenchef im Geist des Hauses hinzu.
Zuletzt kochte der mit einer Rüganerin verheiratete Gourmet-Küchenchef in dem Stuttgarter Clubrestaurant „Kecks“, das nur von Mitgliedern per eigener Tiefgaragenzufahrt wie dem Aufsichtsrat von Daimler Benz oder der Rennsportelite besucht wird. „Alt Berlin“ führt gradlinige und schnörkellose Feinschmeckerküche“ möchte Ulrich Grampp den nicht ganz so exklusiven Göhrener Gästen anbieten und serviert für diesen Anlass 26 mal einen kleinen Gaumenschmaus – schön über den Abend verteilt. Zum Beispiel Créme Brulée von Gänsestopfleber mit Valrhona-Schokoladensplittern und Wildkräutersalat. Der traut sich was… . Oder Erbsenpüree mit gebratenen Jacobsmuscheln. Uwe Peters lässt keinen Zweifel daran, dass er vom Ruf Göhrens als Ort für feine Geschmäcker in der Gastronomie etwas abhaben möchte. „Baiersbronn oder Bergisch Gladbach vertragen auch mehrere gute Restaurants…“ Dennoch möchte er auch viel Regionales verarbeiten.

Rund 40 Plätze hat das Haus dafür mit einem Grundstock von 25.000 Euro zusätzlich ausstaffiert, um Silber und Einrichtung passend zu arrangieren. „Dieser Raum war immer schon dafür vorgesehen, doch haben wir es etwas schleifen lassen“. Das Angebot an feinem Essen wird im Haus jedoch schon lange in Arrangements angenommen und so soll der Weg konsequent weitergehen.“ Wie weit? „Nun, es wäre peinlich, zu sagen, wir streben einen Stern an. Aber wir werden die Vorbereitungen dafür treffen, damit dem nichts im Weg liegt.“ Also den Weg der Sterne gehen? Gesellschafter Heinrich Dieckmann weiß zumindest von seinem Direktor, dass Ulrich Grampp ein Küchenchef ist, der rechnen kann. Dieckmann würde den Weg mitgehen. Ob Dieckmann auch für den weiteren Schritt bereit ist, dem Somelier einen Weinkeller unter dem neuen Bernsteinsaal gegenüber einzurichten, muss sich noch klären. Aber feine Aussichten für Göhren sind das.

Wenn einer schon Silvan mit Vornamen und dazu Wichmann heißt… Der 1977 in Stendal geborene Restaurantfachmann ist Weinexperte, ein anderes Wort für Somelier. Und findet laut seinem Direktor immer wieder Tröpfchen, von denen Uwe Peters nicht weiß, wie er die entdeckt. Im Foyer sind die feinen Lieferanten wie die Rügener Edeldestille oder das Weingut Schloss Proschwitz mit einem süffigen Weißburgunder aus dem Barrique-Fass angetreten. Sie zeigen, was Peters an Lieferanten und Qualität meint.

135 Zimmer mit 270 Betten stehen laut dem Direktor für den Einzugsbereich Hamburg und Berlin zur Verfügung. „Als Privathotel müssen wir ein anderes Marketing betreiben, als die Kettenhäuser“, sagt Peters und verweist auf die im April zu eröffnende Wellnessresidenz und den darauf folgenden Bernsteinsaal. „Statt 40 können wir dann bei den bisher rund 150 Hochzeitsgesellschaften auch bis zu 150 Personen bewirtschaften.“ Und er verschweigt nicht, dass das Streben nach den Sternen mit einem neuen Restaurant auch ein Teil von Marketing sein kann. „Rein wirtschaftlich lässt sich so ein Restaurant trotz gut kalkulierendem Koch nicht betreiben. Aber es strahlt aus.“

Geöffnet ist Dienstag bis Sonnabend von 18 bis 21 Uhr. Im August, Oktober, November und Dezember gibt es Ruhezeiten, die am besten erfragt werden. Ein Kochfest mit Karsten Borowski von „Das Ahlbeck“ ist für 19. April eingeplant. Dabei bietet das „Hotel Hanseatic“ auch ein Arrangement an.

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