Der Strandvogt von Jasmund

15. April, 2008 · Artikel drucken

Der Strandvogt von JasmundEin Grossteil der Rüganer ist mit dem 1997 erstmalig wieder vollständig erschienenen Werk “Der Strandvogt von Jasmund” aufgewachsen. Sie haben schon früh seine Mischung aus fantastischer Erzählung und Beschreibung der Besonderheiten von Land und Leuten lieben gelernt. Obwohl der Autor Philipp Galen, im 19. Jahrhundert als Walter Scott Europas geehrt, keiner von ihnen war. Doch Galens Beschreibung der Helden des Buches, Waldemar Granzow, Sohn des Sassnitzer Strandvogtes, und Graf Magnus Brahe, Erbe von Schloß Spyker und Jugendfreund Waldemars, traf wohl nicht nur den Geschmack der Zeit. Ebenso auch die Herzen. Wenn auch Galen – vermutlich ein Anagram des bürgerlichen Namens Lange – der Meinung war, man wolle ihn verschweigen. Land und Leute des historisierenden Romans sind so gut und fesselnd beschrieben, dass der heutige Leser noch geneigt ist, manche der liebenswerten Eigenschaften der Inselbewohner im Buch zu entdecken. Und ganz nebenbei die insel und ihre Sehenswürdigkeiten. Zu Land wie zu Wasser.

Die Geschichte beginnt mit dem Sturm des Hauptmanns Schill auf Stralsund während der Zeit der französischen Besatzung (1807 bis 1813). Magnus Brahe steht ihm bis zu dessen Tod zur Seite. Denn während Brahe nur verwundet wird, stirbt Schill. Mittels einer abenteuerlichen Schifffahrt rettet Waldemar seinen Freund aus den Stadtmauern, um ihn in zunehmend abenteuerlichen Verstecken auf Rügen vor den Franzosen zu verbergen. Dabei spielt das schöne Mädchen von Sassnitz, Hille Wangerow, eine entscheidende Rolle.

Wer also an regnerischen Tagen wissen will, wie der Weg der beiden Helden verläuft, um ihn bei Sonne vielleicht zu erwandern oder nachzusegeln, kann sich einer spannenden Geschichte über 644 Seiten versichert sein.

Der Strandvogt von Jasmund; ISBN 3-00-00-1804-1804-2; illustriert vom Wittower Drucker und Zeichner Stefan Gebler, leinengebunden; im bundesweiten Buchhandel und an gut sortierten Verkaufsstellen auf Rügen für 30,00 EUR erhältlich.

Kommentare

Ein Kommentar zu “Der Strandvogt von Jasmund”

  1. chessy am 23. Dezember 2008 um 16:34

    Ein Strandvogt auf Brottüten

    Der Strandvogt von Jasmund lebt auch heute im Jahr 2008 noch weiter. Derzeit neben der Romanfigur von Philipp Galen, gehalten in einer Neuauflage in den preußischblau gehaltenen Büchern auch auf einer Brottüte.
    70000 mal hat die Sassnitzer Bäckerei Peters das Buchcover darauf gedruckt, um ihre lokale Verbundenheit der handwerklichen Produkte mit dem Jasmunder Brot und dem Buch zu “erden..”
    Ideengeberin der Aktion war übrigens die bekannte Hamburger Marketingfrau Ruth Ralfs. Sie hat die einjährige Aktion mit Verlosungen und Büchern in den Backfilialen zusammen mit Bäckermeister Nils Peters realisiert. Mit großer Aufmerksamkeit in der Fachpresse.
    Die lokale Ostsee-Zeitung allerdings hat es verbummelt. Die rief am Tag der Präsentation eben mal auf, die Lesung mit dem Herausgeber zu besuchen. Die Aktion selbst, ein Artikel unter der Rubrik “Wirtschaft vor Ort” par excellence, blieb unentdeckt. Das feierten dafür dann Branchendienste und Fachblätter…

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